Immobilienrecht

Jährlich wechseln zahlreiche Immobiliengrundstücke den Eigentümer. Neben der Vererbung sind der Verkauf und die Schenkung im Rahmen vorgezogener Erbauseinandersetzungen noch immer der häufigste Grund für eine Übertragung des Eigentums an einer Immobilie - sei es zum Zwecke der eigenen Wohnnutzung oder als Investition und Wertanlage.
Auffallend ist, dass viele Eigentumsübertragungen ohne anwaltliche Beratung oder Begleitung erfolgen, obwohl der Erwerb einer Immobilie für die meisten Menschen das bedeutendste und finanzintensivste Geschäft ihres Lebens ist.
Dennoch erleben wir immer wieder, dass Käufer einer Immobilie einen Kaufvertrag ohne vorherige eigene anwaltliche Überprüfung akzeptiert haben. Dem liegt die Meinung zugrunde, dass es nur einen Standard-Vertragstext für Immobilienübertragungen gäbe, welcher daher weder überprüft noch geändert werden kann oder muss. Dieses ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum.
Tatsächlich handelt es sich bei Immobilienkaufverträgen um individuelle Vertragstexte, welche jeweils mehr oder weniger Risiken und Lasten zu Gunsten des Käufers oder des Verkäufers verschieben können.

Weit verbreitet ist auch die Auffassung, dass der bei einer Immobilienübertragung tätige Notar für "beide Seiten" tätig sei, d.h. sowohl die Interessen des Käufers und auch des Verkäufers vertreten würde und auf ein für beide gutes Ergebnis achten würde. Dieses ist grundsätzlich nicht so. Zutreffend ist, dass ein Notar beiden Kaufvertragsparteien gegenüber neutral sein soll und nicht einseitig die Interessen des Käufers oder des Verkäufers vertreten darf.
Daraus folgt jedoch nicht, dass der Notar zu einer für den Käufer oder Verkäufer günstigen Formulierungen raten oder auf eine für den Käufer oder Verkäufer ungünstige Formulierung hinweisen soll. Ein Notar ist eben nicht Interessenvertreter der Kaufvertragsparteien sondern neutral. Dieses bedeutet, dass ein Notar grundsätzlich nur dann einschreiten soll, wenn eine Regelung in dem Vertrag eine Vertragspartei so stark benachteiligt bzw. der anderen Seite Vorteile der Art verschafft, dass die Regelung in dem Vertrag an die Grenzen der Sittenwidrigkeit stoßen würde.

Sollten nach der notariellen Beurkundung eines Kaufvertrages Regelungen in dem Kaufvertrag als ungewollt oder ungünstig auffallen, ist eine Berichtigung oder Berufung auf ein Missverständnis meist erfolglos, da bei Regelungen in einem notariell beurkundeten Kaufvertrag davon ausgegangen wird, dass beide Parteien die Bedeutung der Regelungen gekannt und akzeptiert haben, da es sonst wohl nicht zur Beurkundung gekommen wäre.

Der einzige Interessenvertreter im Rahmen eines Immobilienerwerbs, welcher ausschließlich Ihre rechtlichen Interessen berücksichtigen muss und wahren kann, ist Ihr eigener Vertreter bzw. Rechtsanwalt, da dieser einseitig zu Ihren Gunsten rechtlich beraten und agieren kann.
Die eigene Erstellung des Kaufvertragstextes oder zumindest die Überprüfung des Vertragstextes durch einen eigenen Rechtsanwalt ist daher immer vor einer notariellen Beurkundung sinnvoll und aufgrund der Bedeutung der finanziellen Werte empfehlenswert.

« zurück

Kiel

Wall 34-38
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 97 99 555
Telefax: 0431 - 97 99 550
mail-ki@kreienbring.de

Hamburg

Neuer Wall 50
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 70 97 50 50
Telefax: 040 - 70 97 50 59
mail-hh@kreienbring.de